postheadericon Anfangsunterricht

Die ersten Schultage

Schulanfängerinnen und Schulanfänger kommen mit unterschiedlichen Interessen, Begabungen, Bedürfnissen und Vorwissen in die Schule. Deshalb gilt als Grundprinzip unseres Anfangsunterrichtes:

Wir holen die Kinder dort ab, wo sie stehen!

Grundlegend ist, dass wir ein Kind in seiner Individualität annehmen und bestmöglich fördern möchten. Dazu wird den Kindern im Unterricht eine Vielzahl von Lernangeboten gemacht, die sie zur Selbstständigkeit und zu individuellem Arbeiten anregen sollen. Dies trägt dazu bei, die Lernmotivation der Kinder zu erhalten und gegebenenfalls noch zu steigern.

 

Schreiben und Lesen lernen

Wir unterrichten nach dem Konzept Sommer-Stumpenhorst. Das ist eine Methode für den Anfangsunterricht im Lesen und Schreiben, mit der leistungsstarke wie auch langsam lernende Kinder angemessen gefordert und gefördert werden können. Nach einer anfänglichen Trainingsphase im Klassenverband, wo alle Kinder das Arbeitsmaterial und die Arbeitsweisen kennen lernen, wo der Arbeitsablauf für jede einzelne Hör-, Schreib- und Sehübung automatisiert wird und  Selbstständigkeit und Methodenkompetenz gefördert werden, wird der Unterricht geöffnet, so dass die Schülerinnen und Schüler selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten können und die Lehrerin Zeit für Kinder mit Förderbedarf gewinnt.

 

Am  Anfang  erfolgen  für  jedes  Kind   bildgestützte Hörübungen zur   Lautunterscheidung ( Anlaute ). Hier muss jedes Kind im Laufe des ersten Jahres  der  Schuleingangsphase fünf  Päckchen  mit  jeweils  40  Bildkarten  bewältigen.  Die Kinder besitzen eine eigene Hörkiste.

Ergänzt werden die Hörübungen durch die Arbeit mit der Anlauttabelle und einer Bildkartei für differenziertere Lautübungen.

Neben den Hörübungen lernen die Kinder anhand von Nachfahrbuchstaben das bewegungsrichtige Schreiben der großen und kleinen Druckbuchstaben. Zur Automatisierung der Schreibbewegung wird ein Schönschreibheft angelegt.

 

Für die visuelle Differenzierung bearbeiten die Kinder Aufgabenkarten, wo sie den jeweiligen Buchstaben finden und markieren sollen.

Zur Dokumentation dieser Übungen tragen die Kinder die schon bewältigten Arbeiten im Hör-, Schreib- und Sehpass ein. Dieser Pass dient dem Überblick über das Gelernte für das Kind und zur schnellen Orientierung für die Lehrerin.

Sobald die Kinder die Technik des Abhörens eines Wortes und das Umsetzen von Lauten in Buchstaben beherrschen, beginnen sie mit dem Schreiben eigener Wörter und Texte in Druckschrift. Die Schreibschrift, die wir im zweiten Halbjahr des ersten Schuljahres einführen, ist die Schulausgangsschrift. Als Schreibanlässe dienen Bilderbücher, Geschichten und Briefe.

 

Der Leselernprozess beginnt mit der Lautsynthese von einfachen Laut-Buchstaben-Folgen und zweisilbigen Wörtern, die mit Hilfe des Lesepfeils in der Dehnsprache zunächst im Klassenverband und an Lesestationen erlesen werden. Anschließend ermöglicht eine Lesekartei mit Selbstkontrolle den Kindern ein weitgehend selbstständiges Erarbeiten der Syntheseübungen. Zur Steigerung der Lesegeschwindigkeit wird anschließend das syllabierende Lesen eingeübt; hierzu bearbeiten die Kinder Lesetexte, die an der Silbenfuge mit kleinen Markierungen versehen sind. Zusätzlich bieten wir hier Übungen in einem Lesebuch an, in dem die Wörter in einzelne, abwechselnd schwarz und rot gedruckte Silben gegliedert sind. Schließlich erreichen die Kinder die Stufe des stillen Lesens von einfachen Sätzen, kleinen und normalen Texten. Zur Dokumentation der Leseübungen führen die Kinder zunächst einen Lesepass, schließlich auch ein Lesetagebuch als Protokoll über gelesene Bücher. Ein Leserattenausweis soll als Anreiz dienen, das Lesetagebuch sorgfältig zu bearbeiten und die Leseangebote sinnvoll zu nutzen.

Kinder, die am Ende des ersten Grundschuljahres die verbindlichen Anforderungen der Schuleingangsphase   erfüllen, können in diesem Fach oder – bei entsprechender Gesamtleistung und mit Zustimmung der Eltern endgültig - am Unterricht der Klasse 3 teilnehmen.  Kinder, die diese Anforderungen am Ende des zweiten Grundschuljahres noch nicht erfüllen, sollen in diesem Fach oder - bei entsprechender Gesamtleistung - ein weiteres Jahr am Unterricht der Schuleingangsphase teilnehmen.

 

Rechnen lernen

Auch im Bereich der Mathematik bringen die Schulanfänger bereits Vorerfahrungen mit in die Schule, so dass der Anfangsunterricht differenziert im Zahlenraum bis 20 gestaltet wird. Grundlegend sind zunächst ein Ziffernschreibkurs sowie das Unterrichtswerk “Welt der Zahl”, mit dem differenziert gearbeitet werden kann. Als weitere Differenzierungsmöglichkeit bieten wir Knobelaufgaben an, die die Kinder selbstgesteuert bearbeiten können. Bereits bei den ersten mathematischen Themen wie beispielsweise das Zählen wird versucht, Aufgabenstellungen aus der Umwelt der Kinder in den Unterricht zu integrieren. Unterstützt wird das Rechnen im Anfangsunterricht mit Anschauungsmaterial wie Rechenschiffchen, Rechengeld usw.

 

Zielsetzung in der Schuleingangsphase

Im Deutschunterricht sollen die Kinder die regelhafte Laut-Buchstaben-Beziehung verinnerlichen. Dazu gehört, dass die Kinder deutlich sprechen, um Laute aus der gesprochenen Sprache heraushören zu können. Weiterhin sollen die Kinder an erste Rechtschreibregeln herangeführt werden und diese anwenden.

Ein grundlegendes Ziel ist es auch, dass die Kinder zu motivierten Lesern werden und sich interessengeleitet Büchern zuwenden. Daher nehmen auch schon die Kinder in der Schuleingangsphase an unserem jährlichen Lesewettbewerb in der Alten Kirche zu Stockheim teil.

 

Im Mathematikunterricht sollen die Kinder sich im begrenzten Zahlenraum ( Klasse 1: Zahlen bis 20, Klasse 2: Zahlen bis 100 ) ohne Hilfsmittel zurechtfinden. Außerdem sollen die Kinder den Bezug der Mathematik zur Umwelt erkennen und zunehmend mathematische Aufgaben ihres täglichen Lebens bewältigen. Schließlich sollen die Kinder auch anhand von Knobelaufgaben selbstständig mathematisch denken lernen und über verschiedene Lösungswege nachdenken.